Umwelt- und Agenda 21-Referat
Gert Hofmann, Pfarrer Ecksee 63 44805 Bochum
Tel: (0234) 2 39 71 79 Email: gertmhofmann@web.de
BOCHUM-AGENDA 21 Newsletter unter www.mvbo.de
Die "Bochum-Agenda 21" ist ein Handlungsprogramm für Bochum für das 21. Jahrhundert. Viele Bochumer Bürgerinnen und Bürger haben daran mitgearbeitet. Ihr gemeinsames Ziel ist es, vor Ort Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Lebensgrundlagen und Entwicklungschancen für jetzige und künftige Generationen gesichert bzw. wieder hergestellt werden durch eine nachhaltige Entwicklung.
Durch sinnvolle Projekte und Programme sollen zukunftsfähige, dauerhaft tragfähige Entwicklungsprozesse initiiert werden. Dabei kommt es darauf an, "den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen" (Brundtland-Kommission).
Nachhaltigkeit erfordert insbesondere in Verantwortung für die "Eine Welt" "global zu denken" und "lokal zu handeln". Noch sind wir nicht nachhaltig. Aber es gibt gute Beispiele, auch in Bochum, wie es gelingen kann und wie man sich beteiligen kann.
Darüber informiert der Bochumer Agenda 21 – Newsletter, den man sich im Internet auf der Homepage des Bochumer Mietervereins ansehen oder auch herunterladen kann.
Umweltmanagement für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen
Die folgenden Überlegungen basieren auf den Thesen des kirchlichen Umweltmanagementnetzwerks „KIrum“, die auf der Grundlage einer umfassenden Evaluierung von ca. 120 kirchlichen Einrichtungen und Kirchengemeinden der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland erstellt wurden. Eingeflossen sind ferner die Projektergebnisse der Modellprojekte Grüner Hahn I und II der Evangelische Kirche von Westfalen sowie Befragungen von 10 Modell-Kirchengemeinden und Einrichtungen in NRW.
Kirchliches Umweltmanagement ist in über 200 Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen ein Erfolg. In NRW haben 35 Kirchengemeinden, kirchliche Verwaltungen und Tagungsstätten sowie Einrichtungen der stationären Altenhilfe das System eingeführt. Die Beratungs- und Schulungskosten bei der Einführung des Umweltmanagementsystems amortisieren sich i. d. R. in einem Jahr (NRW).
• Das kirchliche Umweltmanagement ist auf Ehrenamtliche sowie die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Einrichtungen abgestimmt.
• Für Umweltmanagement spricht der praktische Erfolg angesichts steigender Energiepreise und steigendem kirchlichen Reformdrucks. Eine Verbindung mit Gebäudestrukturanalysen ist möglich und wünschenswert.
• Über Einsparungen hinaus gibt es weitere Vorteile wie Gewinnung neuer Ehrenamtlicher, Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie die Minimierung von Haftungsrisiken.
• Die Attraktivität der beteiligten Kirchengemeinden ist gestiegen. Die Ausstrahlung der Gemeinden und Einrichtungen in den nicht-kirchlichen Bereich wurde verbessert.
Der spezifische Ressourcenverbrauch wird ohne große Investitionen dauerhaft um ca. 20% gesenkt, der Schadstoffausstoß entsprechend verringert und der Finanzbedarf entsprechend reduziert
• Während der Einführung des Umweltmanagementsystems wird der Einsatz von Wärmeenergie allein durch geringinvestive und verhaltensorientierte Maßnahmen deutlich reduziert (in NRW bis zu 35 %). • Mittelfristige Investitionen (z.B. Dämmung, Pelletsheizung) erfolgen nach Einführung des Umweltmanagementsystems kostenbewusster und umweltorientierter.
• Beim Einsatz von elektrischer Energie liegen die Einsparungen bei bis zu 40 %. diese Vorteile werden vor allem durch Verhaltensmaßnahmen, die Optimierung der Beleuchtung, die Minimierung der Stand-By-Verluste und durch bewusstes Beschaffen verbrauchsoptimierter Geräte erreicht. • Bei stark ansteigenden Energiekosten können die Kirchengemeinden und Einrichtungen die Betriebsausgaben stabilisieren oder senken.
• Wasserverbrauch kann signifikant gesenkt werden (5 - 25%), hier sind geringinvestive Maßnahmen besonders relevant. • Mehrfach ist es gelungen, durch das Umweltmanagement Störungen zu entdecken und so große Wasserverluste zu vermeiden. • In vielen Kirchengemeinden und Einrichtungen konnten die Versiegelungsabgaben (Abwasser) erheblich gesenkt werden.
• Abfall: Erfolge bei Trennung und Reduzierung, Senkung der Entsorgungskosten
Das ehrenamtliche Engagement wird gefördert und die Mitarbeitendenzufriedenheit verbessert. Vielfach können neue Mitarbeitende für die Gemeindearbeit gewonnen werden.
• Über den beteiligungsorientierten Ansatz werden die Kompetenzen von Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden ernst genommen und integriert. • Die Potenziale von Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden werden besser erkannt und können dadurch – zur Zufriedenheit aller – besser genutzt werden. • In mehr als der Hälfte der NRW-Kirchengemeinden konnten Menschen von außerhalb für die Mitarbeit beim Umweltmanagement gewonnen werden.
„Ein Leib und viele Glieder“ – Durch systematische Vorgehensweise, Zielorientierung und Organisationsentwicklung verbessert Umweltmanagement die Gemeindeentwicklung und das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen.
• Das Wissen und Können aller Beteiligten sind gefragt und werden in den Aufbau des Umweltmanagements integriert. • Projekte werden in Teamarbeit geplant und umgesetzt. • Das systematische Vorgehen schafft Transparenz. • Eine neue Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit entsteht. • Erfolge (z.B. Betriebskostensenkungen) sind nachweisbar. • Gemeindegruppen und Abteilung werden vernetzt und tauschen sich systematisch aus.
Die Einführung und Weiterentwicklung des Umweltmanagementsystems benötigt eine hohe Verbindlichkeit und die Unterstützung der Leitungsebene.
• Klare Regelung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten hilft, Konflikte und Fehler zu vermeiden, • Die aktive, glaubwürdige Mitwirkung der Leitungsebene ist Grundlage für die ernsthafte Beteiligung der Mitarbeitenden • Notwendiger Arbeitsaufwand bei der Umsetzung: • Ernennung einer / einer Umweltmanagementbeauftragten (Koordination) • Einberufung eines Umweltteams • Bereitschaft, kontinuierlich an der Umsetzung des Modellprojekts mitzuarbeiten und an den Einführungsveranstaltungen teilzunehmen.
Die Multiplikator-/Imageeffekte sind beachtlich.
• Jede Einrichtung gewinnt beträchtlich an Image und öffentlicher Resonanz. • Kirche wird auch in Kommune, Region, Wirtschaft und Politik als glaubwürdig beim Thema Nachhaltigkeit wahrgenommen z.B. als Impulsgeber für kommunale Agenda21-Prozesse. • Kirchliche Initiativen haben „Nachahmerprojekte“ in Kommunen, bei freien Trägern und bei einzelnen Verbänden ausgelöst. Dies kann zu neuen Kooperationen und „Bündnissen“ im gesellschaftlichen Bereich führen.
Anmeldungen möglich unter www.kirchliches-umweltmanagement.de ("Grüner Hahn")
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